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Nährstoffmangel verstehen: Wissen & Orientierung

Müdigkeit, Haarausfall oder Wadenkrämpfe können viele Ursachen haben. Erfahren Sie wissenschaftlich fundiert, welche physiologischen Funktionen Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente haben, welche offiziellen Zufuhrwerte gelten und wie eine ausgewogene Ernährung zur Versorgung beiträgt.

DGE- & RKI-ReferenzenKeine Kaufzwänge100% Werbetransparenz
Definition nach DGEICD-10: E50–E64

Was ist ein Nährstoffmangel?

Ein Nährstoffmangel (Hypovitaminose oder Hypomineralämie) beschreibt einen Zustand, bei dem die Zufuhr oder Resorption essenzieller Vitamine, Mineralstoffe oder Spurenelemente unter dem physiologischen Bedarf liegt. Der Organismus kompensiert dies zunächst durch Entleerung seiner Gewebedepots, bevor funktionelle Mangelsymptome auftreten.

Nährstoffmangel umfasst sowohl Vitaminmängel (z. B. Vitamin D, B12, Folsäure) als auch Defizite an Mineralstoffen (z. B. Magnesium) und Spurenelementen (z. B. Eisen, Zink, Jod).

Beschwerden:Je nach Nährstoff unterschiedlich; oft unspezifisch
Abklärung:erfolgt individuell in der ärztlichen Praxis
15,2 %
der untersuchten Erwachsenen (18–79 J.) wiesen in der nachträglich standardisierten DEGS1-Auswertung 25(OH)D-Werte unter 30 nmol/l auf (mangelhafte Versorgung). Insgesamt lagen 56,0 % unter 50 nmol/l (suboptimale oder mangelhafte Versorgung). Die Daten wurden 2008–2011 erhoben; die standardisierte Auswertung erschien 2018 (Rabenberg et al.). Sie beschreiben eine historische Stichprobe und keine aktuelle Prävalenz.
ca. 32 %
der Erwachsenen in Deutschland liegen nach Modellrechnungen der DGE mit ihrer geschätzten Zufuhr unter dem geschätzten mittleren Bedarf. Dies ist eine populationsbezogene Zufuhrschätzung, keine individuelle Mangeldiagnose.
Individuell
hängt der Versorgungsstatus von Zufuhr, enteraler Resorption, Blutverlusten und individuellem Stoffwechsel ab. Eisen-, B12- oder Folatdefizite erfordern differenzierte labordiagnostische Marker.
Depots
im Körper (z. B. Leberdepots für Vitamin B12 oder Ferritin für Eisen) können Defizite zeitweise puffern, entleeren sich bei anhaltender Fehlversorgung jedoch schrittweise über Monate bis Jahre.
Quelle: DGE / Ernährungsphysiologie
Fokus-Themen

Sieben Nährstoffthemen im Überblick

Klicken Sie auf den jeweiligen Mangel, um Symptome, Ursachen, Risikogruppen und evidenzbasierte Gegenmaßnahmen im Detail zu erfahren.

Spurenelement

Eisenmangel

Prävalenz & Risikoprofile

Besonders Frauen im gebärfähigen Alter, Schwangere und Personen mit fleischloser Kost betroffen. Assoziiert mit Müdigkeit, Blässe und Haarausfall.

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Sonnenhormon

Vitamin-D-Mangel

Saisonale Versorgungslage

Sonneneinstrahlung in Deutschland von Oktober bis März gering. Vitamin D ist unter anderem für Knochenstoffwechsel und weitere Körperfunktionen relevant.

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Mineralstoff

Magnesiummangel

Muskeln & Nervensystem

Assoziiert mit nächtlichen Wadenkrämpfen, Lidzucken und neuromuskulärer Erregbarkeit. Erhöhter Bedarf bei Sport oder anhaltendem Stress.

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Vitamin B12

Vitamin-B12-Mangel

Besonders relevant bei veganer Ernährung

Wichtig für Myelinscheiden der Nerven und Blutbildung. Kann mit Missempfindungen, Konzentrationsproblemen und Anämie einhergehen.

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Spurenelement

Zinkmangel

Abwehrkräfte & Hautgesundheit

Beteiligt an Immunfunktion, Wundheilung und Zellteilung. Phytinsäure in pflanzlicher Nahrung kann die Bioverfügbarkeit mindern.

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Vitamin B9

Folsäuremangel

Bedarf bei Kinderwunsch & Schwangerschaft

Zentral für Zellteilung und Neuralrohrverschluss in der Frühschwangerschaft. DGE empfiehlt perikonzeptionelle Supplementierung.

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Spurenelement

Jodmangel

Jodversorgung & Schilddrüsenfunktion

Deutschland gilt laut RKI als Risikogebiet mit rückläufiger Versorgung. Jod ist Grundbaustein der Schilddrüsenhormone.

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Orientierungshilfe

Die Themenübersicht

Erkunden Sie unsere strukturierte Übersicht zu essenziellen Mikronährstoffen. Wir informieren sachlich über physiologische Funktionen, DGE-Zufuhrempfehlungen und typische Versorgungskontexte – ohne diagnostische Bewertungen oder Heilsversprechen.

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Laborwerte & Diagnostik

Laboruntersuchungen gezielt einordnen

Ob eine Laboruntersuchung sinnvoll ist und welcher Wert geeignet ist, hängt von Beschwerden, Vorgeschichte und dem vermuteten Nährstoff ab. Besprechen Sie die Auswahl und Interpretation mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Heimtests haben je nach Messwert, Probenmaterial und Probenentnahme unterschiedliche Grenzen. Ein einzelner Messwert ersetzt keine medizinische Gesamtabklärung.

Laborbasierte Messung
Spezifische Biomarker
Ärztliche Gesamtschau empfohlen

Redaktion & Quellenmethodik

Stand: Oktober 2026

Unsere Artikel entstehen auf der Basis anerkannter ernährungswissenschaftlicher und medizinischer Leitlinien. Wir stützen uns primär auf Veröffentlichungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE), des Robert Koch-Instituts (RKI), des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) sowie der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA).

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